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Am Dienstag, den 6. Mai 2014 befasste sich der Gemeinderats-Ausschuss für Technik und Umwelt mit der Buowaldstraße und beschloss deren Schließung. Herr Knut Krüger war Zeuge der Debatte und schrieb darauf hin folgenden Leserbrief an den „Blick vom Fernsehturm“:

Leserbrief

Man kann zur Totalschließung der "alten Stuttgarter Straße" (heute: Buowaldstraße) stehen wie man will, aber wer gestern unter Punkt 4 der Tagesordnung des UTA  des Stuttgarter Gemeinderates sich die Diskussionsbeiträge der VertreterInnen der einzelnen Fraktionen anhörte, war erschrocken, mit welcher Emotionalität Frau Schiener ( GRÜNE) und Frau Blind ( SPD) "ihr" Anliegen vortrugen. Sachliche Argumente, die gegen ihre Auffassung sprachen, wurden in ihre Diskussionsbeiträge nicht einmal erwähnt, dagegen sprach man von zerquetschten  Schnecken (Ob das vielleicht Fahrradfahrer waren? ) usw.

Völliges Unverständnis löste beim Zuhörer die argumentative Kehrtwendung des SÖS/LINKE - Stadtrates, Herrn Stocker, aus. Während er bei der damaligen ersten Abstimmung noch zu recht erwähnte, dass durch das Umfahren der Buowaldstraße zusätzliche Tonnen an Feinstaub und CO2  erzeugt werden ( "es ist ein Unsinn erst zur Kirchheimer Straße hinauf zu fahren und dann wieder in die City herunterzufahren" ) , sprach er nun bei der Buowaldstraße  von "Rennstrecke"  - kein Wort mehr von zusätzlichen Umweltschäden  usw.

Nun das waren wohl freie Reden und daher kann man "gnädig" mit den RednerInnen sein, aber wirklich ärgerlich ist die Kurzfassung der Begründung des Beschlussantrages  des Referats "Recht/Sicherheit und Ordnung", in der es u.a. heißt : "Die von den Widerspruchsführern befürchtete Benachteiligung der Bewohner von Alt-Sillenbuch, verkehrstechnisch ins Abseits geschoben zu werden, ist unbegründet. Maßgeblich für die Verkehrsregelung mit zeitweiser Walddurchfahrt war ursprünglich die Entlastung der Kirchheimer Straße in ihrem damaligen Ausbauzustand. Dieses Argument war jedoch zwischenzeitlich mit dem Ausbau der Stadtbahn und der Verbreiterung der Kirchheimer Straße und der damit verbesserten Erschließung der angrenzenden Wohngebiete hinfällig geworden." (Zitat) Jeder Alt-Sillenbucher z.B., der gestern oder vorgestern die Mega - Staus auf der Kirchheimer Straße erlebte, der weiß, wie stark in den letzten Jahren in Ostfildern Wohnraum und Gewerbe ausgeweitet wurde, der weiß, wie in Sillenbuch und Umgebung durch Nachverdichtung zusätzlich Wohnungen erstellt wurden und damit zusätzlicher Verkehr generiert wurde, wundert sich in hohem Maße, dass ihm ins Stammbuch geschrieben wird: "Verkehrstechnisch wird er nicht ins Abseits geschoben."

Natürlich brauchen wir Wohnungen für junge Familien z.B. auch in Sillenbuch, neue Kindergärten, aber BITTE mit neuen Verkehrsstrukturplänen, mit Überlegungen, wie die Mobilität unserer Mitbewohner gewährleistet wird. Es genügt nicht, "Stuttgart zu einer Fahrradstadt" machen zu wollen - das nenne ich "Sand in die Augen zu streuen".

Knut Krüger

Kernenblickstraße 37

70619 Stuttgart

Mit Matthias Oechsner  kann man nur noch ironisierend auf diese "Buowald - Satire" reagieren.

Letztes Update:
15-12-2019